Abnahmeprotokoll 1

Abnahmeprotokoll von aac an den Aufzugsbetreiber, nach der TÜV-Abnahme.

Sehr geehrte ...

nachfolgend übermitteln wir Ihnen unser Abnahmeprotokoll über die Modernisierungsarbeiten :

  1. Die Maschinenrauminstallationen wurden nicht in Kabelkanälen verlegt. Siehe Ausschreibung, Leistungsverzeichnis Blatt 15, Punkt 2.03.
  2. Die Durchbrüche in den Maschinenräumen für die Schachtinstallation mit Hängekabel sind unsauber und müssen gegebenenfalls in die Kabelkanäle integriert werden.
  3. Die Schaltschränke sind nicht gegen Staub verschlossen. Die Kabeleinführungen zu den Schaltschränken sind ebenfalls nicht gegen Staub abgedichtet. Siehe LV, Punkt 2.02, Absatz 2.
  4. Die Schaltschrankinstallationen sind nicht entsprechend dem LV Blatt 14, Punkt 2.02, Absatz 4+5 ausgeführt, teilweise freihängende lose Überbrückungsleitungen. Hierbei wird ausdrücklich auf die VDE sowie auf unser LV, Blatt 4, Punkt 1.02 hingewiesen. Die Installationen an den Anschlussklemmen sind unsauber und nicht fachgerecht ausgeführt.
  5. Die oberen Befestigungsbügel zwischen den Schaltschränken und den Maschinenraumdecken sind ohne Schwingungsisolierungen montiert. Somit ist eine Verhinderung der Körperschallübertragungen nicht gegeben, siehe Bild 4. Die Schaltschränke sind nicht mit einem Fertiganstrich/Einbrennlackierung versehen, siehe LV, Blatt 14, Punkt 2.02, Absatz 1.
  6. Die Tragseilbefestigungen sind in den Häusern .............Str. 3,5,7,9+14 auf der Fahrkorbseite vertauscht bzw. falsch angeordnet. Durch den sich dadurch ergebenden Schrägzug erhöht sich der Verschleiß in den Treibscheibenrillen und den Tragseilen.
  7. Die Seilaufhängungen auf den Gegengewichtsseiten reiben sich in den Bohrungen und ergeben Geräusche. Hierdurch entstehen auch Verschleißerscheinungen an den Seilauf- hängungsstangen.
  8. Die Tragseilspannungen der einzelnen Seile sind unterschiedlich. Es ist ein Seilspannungsprotokoll mit einem Seilspannungsmessgerät durchzuführen und vorzulegen. Die Seilaufhängungen sind gegen ein Verdrehen abzusichern. Durch das mögliche Verdrehen der Tragseile ergeben sich immer wieder unterschiedliche Seillängen, wodurch sich die Seilspannung verändert. Dieses führt zu einer überproportionalen Traglast einzelner Seile. Hierdurch ergibt sich dann ein erhöhter Verschleiß.
  9. Die Schachtinstallationen sind im Schachtkopf nicht im Kabelkanal entsprechend des LV, Blatt 15 ausgeführt.
  10. In der Türzarge wurde die alte Installation in den Lüsterklemmen nicht komplett entfernt, sondern nur abgeschnitten.
  11. Die vorkonfektionierten Flachbandhängekabel sind zu lang. Die überschüssigen Längen wurden mit Kabelbindern unter dem Fahrkorb unsachgemäß befestigt. Durch diese Befestigungstechnik und dem damit verbundenen Eigengewicht sowie Materialermüdung ist ein Lösen bzw. Reißen der Kabelbinder, z.B. beim Auslösen der Fangvorrichtung, nicht auszuschließen, siehe Bild 10. Wenn die Kürzung der vorkonfektionierten Hängekabel zu aufwendig erscheint, müssen die Überlängen an den Schachtwänden aufgefangen werden.
  12. Die Bedienungsschalter für die Schachtbeleuchtungen auf dem Fahrkorbdach gemäß LV, Blatt 15, Punkt 20.3, fehlen.
  13. Die Deckplattenverschraubungen an den Innenknopfkästen und den Außenrufkästen sind nicht mit vandalensicheren TTR-Schrauben entsprechend LV, Blatt 16, Absatz 2 ver- schraubt. Die vorhandenen Imbusschrauben gelten nicht als vandalensicher, siehe alte, fehlende Deckplattenverschraubungen in den Häusern 12 und 14.
  14. Die in Papierausführung durch Kunststoff hinterlegten Datenblätter über die Tragkraft, Fabrik-Nr. und Baujahr sind durch Feuchtigkeit beschädigt.
  15. In einigen Etagen verschiedener Häuser betragen die Bündigkeitsdifferenzen 6 mm, z.B. Haus 1 : EG und 3.OG Haus 3 : 3.OG und 4.OG Haus 5 : EG Diese Differenzen müssen im Zusammenhang mit einer Frequenzregelung nicht mehr sein. Bei einer optimalen Einstellung der Frequenzregelung ist eine Bündigkeitsdifferenz von +/- 3 mm erreichbar. Es sind die Bündigkeitsdifferenzen in allen Häusern zu überprüfen und fachgerecht einzustellen.
  16. Die Lastmesseinrichtungen sind abgeklemmt und ohne Funktion.
  17. Der Grubenabstieg gem. EN 81, Punkt 5.7.22 sowie LV in der Ausschreibung Blatt 17, Punkt 2.05 fehlt. Die vorgenannten 17 Punkte betreffen alle 6 Stck. Aufzugsanlagen. Alle nachfolgenden Mängelpunkte sind den jeweiligen Häusern zuzuordnen:

» Haus 1«

  1. Der Geschwindigkeitsbegrenzer bzw. die Seilscheibe steht nicht lotrecht und muß entsprechend ausgerichtet werden. Es kommt hierdurch zu einem erhöhten Verschleiß.
  2. Die Treibscheibe steht nicht lotrecht. Es ergibt sich somit eine höhere Beanspruchung aufgrund der ungünstigen Schrägzugbelastung in der Rillengeometrie und bei den Tragseilen. Ein vorzeitiger Verschleiß der Treibscheibe und der Tragseile ist zu befürchten. Das Antriebsaggregat ist so auszurichten, dass eine einwandfreie lotrechte Treibscheibe mit entsprechendem Seilzug gewährleistet ist.
  3. Die am Getriebe mit Band und Kabelbinder befestigten Typenschilder, Transportpapiere etc. sind zu entfernen. Auf dem Getriebe befindet sich Bohrstaub, insbesondere auf den Befestigungsschrauben. Der Antrieb ist entsprechend zu reinigen.
  4. Die Zuleitungen zum Motor, Endcoder und zur Bremse sind nicht fachgerecht verlegt bzw. befestigt.
  5. Die elektrische Zuleitung zum Geschwindigkeitsbegrenzer ist nicht befestigt. Hierdurch kann die elektrische Leitung durch evtl. Schleifen am Reglerseil beschädigt werden. Es muss eine einwandfreie Führung - evtl. durch PVC-Rohr - geschaffen werden.
  6. Der Hörer mit Verbindungskabel für die Sprecheinheit fehlt. Die Funktion der Sprechverbindung vom Maschinenraum zur Kabine ist somit nicht gegeben.
  7. Die Abdeckung vom Inspektionskasten ist nicht montiert. Die elektrische Installation unterliegt dem gleichen mangelhaften Qualitätsniveau wie Pos.4.
  8. Die Abzweigdose auf der linken Schachtwand im obersten Stockwerk ist nicht befestigt.
  9. Die Zuleitung für die Türzargeninstallation ist auf die Schachtwand gelegt, obwohl eine alte Installationsaussparung vorhanden ist, siehe Bild 20. Bei ausgelaufenen Führungsschuhen könnte diese Installation beschädigt werden.
  10. Der Sicherungsbolzen an der Kausche vom Reglerseil ist mit einem Draht anstatt mit einem Splint abgesichert. Da dieses eine Sicherheitseinrichtung ist, muss eine sofortige Mängelbeseitigung ausgeführt werden.
  11. Die beiden Flachbandhängekabel sind nicht mit unterschiedlichem Biegeradius ausgestattet und berühren sich bzw. schleifen aneinander. Es sind die Biegeradien so zu ändern, dass eine Schleifberührung auszuschließen ist.
  12. Der Magnetstreifen im Schacht zwischen dem 3. und 4. OG hat sich gelöst. Es besteht die Gefahr, dass der Magnetschalter abgefahren werden kann.
  13. Die freihängende rote alte Installationsbefestigungsleitung muss entfernt werden.

» Haus 3«

  1. Der Bohrstaub ist zu entfernen, wie bei Haus 1, Pos.c.
  2. Die alten Motorteile müssen aus dem Maschinenraum entfernt werden.
  3. Der Geschwindigkeitsbegrenzer steht wie bei Hs.1, Pos.a nicht lotrecht.
  4. Die Treibscheibe ist nicht lotrecht, wie bei Hs.1, Pos.b.

» Haus 5«

  1. Der Maschinenraum ist zu reinigen, Putzlappen und Kabelreste zu entfernen.
  2. Die Kunststoffabdeckung vom Innenknopfkasten gem.Pos.14 ist bereits gerissen.
  3. Der Geschwindigkeitsbegrenzer steht nicht lotrecht, wie bei Hs.1, Pos.a.
  4. Der Bohrstaub ist zu entfernen, wie Hs.1, Pos.c.
  5. Die Abdeckung vom linken Schienenöler fehlt.
  6. Auf die Inspektionskästen wird mit Bild 24+25 nochmals hingewiesen.

» Haus 7«

  1. Es liegen Kabelreste im Maschinenraum.
  2. Das Geländer im MR (Absturzsicherung) ist wieder zu montieren.
  3. Der Bohrstaub ist zu entfernen, wie bei Hs.1, Pos.c.

» Haus 9«

  1. Das Reglerspanngewicht macht Schleifgeräusche.
  2. Die Magnetkurve fährt gegen die Riegelrollen und macht Geräusche.
  3. Es befindet sich noch das alte Getriebe im Maschinenraum.
  4. Die obere Schaltschrankbefestigung fehlt. Hierbei wird auf Punkt 5 hingewiesen.
  5. Die Zuleitung für Motor und Decoder ist lose.
  6. Das Geländer ist wie bei Haus 7, Pos.b wieder zu montieren. Dies gilt auch für die Abdeckhaube auf der Maschinenraumseite.
  7. Der Bohrstaub ist zu entfernen., wie Hs.1, Pos.c.

» Haus 14«

  1. Die obere Schaltschrankbefestigung fehlt noch, wie bei Hs.9, Pos.d.
  2. Der Zugang muss wie bei Hs.9, Pos.f noch hergerichtet werden.
  3. Der Bohrstaub ist zu entfernen, wie Hs.1, Pos.c.

Weiterhin wird für die gesamten Aufzugsanlagen darauf hingewiesen, dass alle neu eingebauten Stahlteile mit einem Rostschutz und Grundanstrich gemäß LV Blatt 9, Punkt 1.06, Absatz 1+2, zu versehen sind. Die Befestigungswinkel z.B. für die Inspektionskästen sind noch unbehandelt. An den scharfen Kanten der Winkel besteht Verletzungsgefahr. Die integrierte Bündiganzeige für die Rückholsteuerung gemäß LV Blatt 13, Punkt 2.01, Absatz 1 ist bei der Schlussabnahme vorzuführen. Dieses gilt auch für den Fehlerspeicher mit den entsprechenden Störmeldepunkten gemäß LV 2.01, Absatz 3, Blatt 13 sowie das Anzeigedisplay Absatz 4, Blatt 13.

Unabhängig von allen vorab aufgeführten Mängelpunkten sind auch die TÜV- Beanstandungen zu beseitigen.

Die 2-jährige Gewährleistungszeit beginnt nach erfolgter Mängelbeseitigung, siehe LV 1.08, Blatt 11.

Wir hoffen, Ihnen hiermit gedient zu haben und verbleiben...

C.W.